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Unverhofft…wenn nichts mehr geht

Heute mal wieder ein etwas ernsteres Thema. Schliesslich soll es ja um alle Facetten des Lebens gehen und darum wie man (Frau) das Leben bestmöglich managed. Leider ist die Freiheit, die wir über die Jahre im Geiste erreichen nicht unabhängig […]

Heute mal wieder ein etwas ernsteres Thema. Schliesslich soll es ja um alle Facetten des Lebens gehen und darum wie man (Frau) das Leben bestmöglich managed. Leider ist die Freiheit, die wir über die Jahre im Geiste erreichen nicht unabhängig von der finanziellen Absicherung und es gibt so viele Schicksalsschläge im Laufe eines Lebens, die finanzielle Not nach sich ziehen (können) und damit das Leben noch zusätzlich erschweren.

Der Artikel, den die Süddeutsche zum Thema Berufsunfähigkeitversicherungen veröffentlicht hat trägt den Titel „Geld im Unglück“. Ein Titel, den ich nicht besser hätte wählen können.

Ich habe es selbstverständlich ungern erzählt, damals vor 12 Jahren, denn es war der endgültige und verbriefte Beweis, dass mit mir etwas nicht stimmt – dass ich einen Makel habe, eine chronische Erkrankung und nur noch begrenzt belastbar bin…also quasi B Ware. Da ist es also kein Glück, das man hat, wenn man Geld von der Versicherung bekommt und wenn mir das gesagt wurde (Mensch hast Du aber Glück..“), war ich verletzt und fühlte mich minderwertig.

Aber „Geld im Unglück“ trifft es sehr gut. Und heute kann ich nicht nur damit leben, sondern auch darüber reden und ich möchte damit auch das Bewusstsein für diese Art der Absicherung wecken. Eigentlich hätte ich nie damit gerechnet, dass MIR so etwas passiert. Wer tut das schon? Es war lediglich meinem Verantwortungsbewusstsein meinen Kindern gegenüber, der Situation als Alleinerziehenden und einem guten, umsichtigen Versicherungsberater geschuldet, dass ich diese Versicherung abgeschlossen habe, obwohl es gefühlt doch viel Geld im Monat war.

Ich werde immer wieder gefragt – und ich gebe zu, die Frage drängt sich auf Grund meines generell recht positiven Naturells auf – warum ich denn so „normal“ und fröhlich wirke und scheinbar so vieles noch machen kann und trotzdem Berufsunfähig bin. Früher fühlte ich mich dadurch immer unter Druck gesetzt, in Frage gestellt und als Simulant. Wie schlimm es ist ständigen extremen Gefühlschwankungen unterworfen zu sein, die einen bis an die Grenze des Lebenswillens bringen immer und immer wieder weiss, denke ich nur, wer es selber erlebt hat.

Und nein, es ist nicht beherrschbar. Es kann abgemildert werden durch Medikamente, an kann lernen mit extremen Situationen besser umzugehen, durch jahrelange Therapie und Achtsamkeit, man kann sich Sicherheitsnetze schaffen und lernen frühzeitig um Hilfe zu bitten – aber die Unsicherheit und das Unvorhersehbare bleibt. Was noch bleibt ist das Unerklärliche, das Unverständnis der Umwelt und manchmal auch noch das eigene Unverständnis für sich selbst.

Ich habe Jahre gebraucht um zu akzeptieren, dass es ist wie es ist. Ich werde B Ware bleiben – aber keine schlechte. Im Gegenteil. Ich habe einen Sprung, aber es hält und sieht sogar noch aus, als wäre es heile.

Wie es damals war, als mir klar wurde, dass ich „es“ nicht mehr kann, meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ihm (und vielen anderen Sachen) wohl nie wieder gewachsen sein werde, habe ich versucht in einer Art Brief zu beschreiben:

Die Fee habe ich mitgenommen in mein „neues“ Leben – den erst habe ich zurück gelassen. Aber Scarlett O’Hara hatte Recht: Morgen ist immer ein neuer Tag.
Meine Versicherung, die seit jähren an meiner Seite steht und mich nicht nur finanziell, sondern auch menschlich immer unterstützt hat.
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